Das Morgen von Gestern schon heute http://unrelaxt.blogsport.de Eitelkeit und Prokrastination Tue, 29 Sep 2009 15:27:48 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en zu tragendes Kreuz http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/29/zu-tragendes-kreuz/ http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/29/zu-tragendes-kreuz/#comments Tue, 29 Sep 2009 15:27:48 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/29/zu-tragendes-kreuz/ Ich habe letzten Sonntag, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, mal nicht das große Kreuz gemacht. Ich hatte mir diesmal vorgenommen, meine Entscheidung wirklich erst in der Wahlkabine zu treffen und irgendwie hat es mich genau da, in dieser komischen öffentlich-privaten Schnittstelle, dann gepackt. Der Effekt war eine interessante Mischung aus Schuldgefühl und Zufriedenheit, ähnlich vielleicht der Einlassung auf fragwürdiges Publikum bei schlechter Musik unter Einfluss von MDMA; wohlig aufgehoben in einem Nest, dessen potentiell mörderische Qualitäten durchaus bekannt sind.

Lohnend war der Schritt dann allerdings wegen der subjektiven Einsicht in den bandwagon effect. Die Betrachtung der Wahlauswertung war plötzlich spannend, Frustration ob der Entscheidung für die Verliererseite war spürbar. Nur aus dem Impuls der Frustvermeidung heraus einfach für die wahrscheinlichsten Gewinner zu stimmen setzt zweifelsohne neben Überzeugungslosigkeit auch Unwilligkeit zu eingehender Betrachtung oder gar Reflektion voraus, aber genau letzteres hat mich ja auch an die Urne geführt. Dummerweise bekomme ich jetzt die Frage, die ein Kioskbetreiber mehr an den Fernseher als an mich stellte, nicht mehr aus dem Kopf: Wer wählt eigentlich FDP?

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Cash-in http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/24/cash-in/ http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/24/cash-in/#comments Thu, 24 Sep 2009 11:36:29 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/24/cash-in/ Es gehört wohl zu sogenannter Außenpolitik, dass sie sich in der Substanz nicht ändert, durchaus aber mal im Ton. Und so wird denn oftmals der Eindruck erweckt, Obama würde tatsächlich etwas anders machen als sein unbeliebter Vorgänger, was wohl ganz in seinem Sinne ist.

Wenn ein Projekt wie der Raketenschild abgebrochen wird, ist es ja auch nicht so, dass nichts passiert. Die Frage ist aber kaum, ob nun ein Großzügiger und netter oder ein hartherzig-verbohrter Präsident die Entscheidungen trifft sondern die, ob der Zweck der Veranstaltung erreicht ist oder nicht. Russlands unmittelbare Reaktion könnte ein Hinweis darauf sein, dass genau dies hier der Fall ist. Dass es nie darum ging, Europa vor Iranischen Raketen zu schützen, lag jedenfalls schon länger auf der Hand. Das Entstehen einer weiteren Atommacht zu verhindern dürfte im gemeinsamen Interesse Russlands wie der USA liegen, dass Russland dem bisher wenig nachgegangen ist scheint mir im wesentlichen einen Verhandlungschip darzustellen und mit dem Ausdehnen des Raketenschilds seitens der USA dürfte es sich ähnlich verhalten. Letztlich ist der Iran in diesem Zusammenhang so etwas wie ein Spielfeld, auf dem die Großmächte ihre Karten spielen; gleichwohl hat er sich selbst dazu gemacht, wohl auch in der Hoffnung auf daraus entstehenden Spielräumen. Und auch diese Rechnung ist aufgegangen in dem Sinne, dass sein Atomwaffenprogramm mittlerweile wohl abschließbar ist, worauf auch immer sich jetzt international noch geeinigt wird.

Somit bleibt der schwarze Peter bei Israel, und es macht nur zu viel Sinn, dass außer den Großmächten auch noch diverse Andere froh sind, die militärische Bereinigung dieses Problems mitsamt dem entsprechenden politischen Fallout beim Neighbourhood Bully belassen zu können, der seinerseits keine Wahl haben wird. Immerhin scheint die Auslieferung von ernsthafter Luftabwehr durch Russland mittlerweile unwahrscheinlich, aber wie viel politisches Kapital noch aus der Distanzierung von Israel und dem, was es wohl wird tun müssen, gezogen wird, bleibt abzuwarten.

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Spiele des Lebens http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/11/spiele-des-lebens/ http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/11/spiele-des-lebens/#comments Fri, 11 Sep 2009 16:24:50 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2009/09/11/spiele-des-lebens/ Spiele mit hohem Frustfaktor sind meistens unbeliebt, aber nicht immer. Monopoly ist da wohl das prominenteste Beispiel – die Spielmechanik bevorzugt immer den höchsten Besitzstand, die anderen versuchen irgendwann nur noch, sich noch einmal zum Startfeld zu schleppen. Zumindest ein Faktor in der breiten Akzeptanz eines solchen Spieles dürfte Ähnlichkeit sein, die sich zwischen der Frustrationsquelle im Spiel und denen in der Wirklichkeit finden lässt.

Wahrscheinlich deswegen gefällt mir Canabalt. Die ständig zunehmende Geschwindigkeit mit der die die Spielfigur über die Dächer gelenkt werden muss, scheint mir weniger in dem halbherzig angedeuteten Fluchtcharakter des Spiels angelegt, mehr im Bedürfnis des sich identifizierenden Spielenden; der Mensch von heute muss nicht mehr gehetzt werden, weil er selbst am schnellsten sein will. Die Hindernisse in diesem Rat-Race werden zwar immer vorher erkannt, sind über kurz oder lang aber immer unüberwindbar, weil die zuvor selbst eingenommene Position zu ungünstig ist, freilich ohne dass sich für sie wirklich hätte entschieden werden können. Passt jedenfalls sehr viel besser ins 21. Jahrhundert als Monopoly, Immobilienkrise hin oder her.

Ansonsten hier noch ein Kleinod für Freunde von Fantasy, Flashgames oder genereller Zeitverschwendung.

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Vorerst http://unrelaxt.blogsport.de/2009/02/16/vorerst/ http://unrelaxt.blogsport.de/2009/02/16/vorerst/#comments Mon, 16 Feb 2009 11:23:17 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2009/02/16/vorerst/ Diesen Blog unter anderem der Eitelkeit zu widmen folgte dem Gedanken, sich in Bezug auf das hier Geschriebenen auch retrospektiv noch in Selbstzufriedenheit wiegen zu können. Das fällt mittlerweile schwerer als ursprünglich angenommen.
Vor allem hat sich meine naive Vorstellung von solipsistischer Veröffentlichung im Netz schnell als realitätsfern herausgestellt – tatsächlich nicht wahrgenommen zu werden stellt insbesondere in der Service-gestützten Blogosphäre wahrscheinlich eine Unmöglichkeit dar. Nicht dass das unangenehm wäre, im Gegenteil, die merkwürdige digitale „Aufmerksamkeit“, die sich da in unmittelbar quantitativer Form als Hit präsentiert, geht mir genau so ein wie wohl auch sonst den Meisten.

Mich in diese Richtung gehen zu lassen würde wohl bedeuten, häufiger und am besten regelmäßig, eventuell kürzer kurz zu posten. Die Themen wären aktuell zu halten, der Schreibstill noch assoziativer. Das erscheint mir durchaus verlockend, aber auch ein wenig schal – es gibt so viele Blogs, die irgendwo zwischen politischem Kommentar, Tagebuch und lokaler Klatschspalte anzusiedeln sind, und nur die konsequenteren sind tatsächlich lesenswert.
Gleichzeitig kann ich nicht behaupten, dass mir die Inspiration für Kurzessays wie jene, auf die ich tatsächlich gerne zurückblicke, kontinuierlich verfügbar ist. Sie konsequent abzuwarten würde wohl auf tri-annuales Posting hinauslaufen, was mir mittlerweile schwer aufrecht zu erhalten scheint.

Unwissend, ob und wie ich diesbezüglich eine Entscheidung treffen werde, seien die anscheinend ja vorhandenen Interessierten hiermit vorsorglich vertröstet. Ich werde wahrscheinlich eine Weile brauchen, für was auch immer.

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Die Bank ihres Mißtrauens http://unrelaxt.blogsport.de/2009/02/10/boese-bank-boese/ http://unrelaxt.blogsport.de/2009/02/10/boese-bank-boese/#comments Tue, 10 Feb 2009 01:42:52 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2009/02/10/boese-bank-boese/ Die Finanzkrise entpuppt sich zusehends als ausgewachsene Wirtschaftskrise , und wenn auch noch keiner wirklich weiß, wie lange und wie schwer sie wird so fangen doch alle an, sich ernsthaftere Gedanken zu machen. In der großen Politik wird das schwere Geschütz, die Verstaatlichung, ausgepackt, die auf den Tisch gelegten Un-Summen können den angeschlagenen Banken wohl auch mit noch so vielen Einschränkungen und Bedingungen nicht zur eigenen Verfügung gestellt werden. In den Wirtschaftswissenschaften spricht sich herum, dass die quantitative Orakelei aus den Wirtschaftsinstituten und Ratingagenturen so viel genauer als gelegte Karten dann auch nicht ist. Wenn die Burda-Konferenz in München ein Indikator ist, wird jetzt also mit klassisch behaviouristischer Psychologie nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht, was immerhin konsequent erscheint. Immerhin ist das Phänomen ja allem Anschein nach mit der mathematischen Prognostizierung von Gewinnerwartung unmittelbar verwoben, und dass dieses Vorgehen seine Wirksamkeit weniger aus der Adäquatheit seiner Modelle schöpft als vielmehr aus der Wirkungsmasse seines Kapitals, in gewisser Weise also aus der Bereitschaft der Masse der Anleger, dem Erfolgsversprechen zu folgen, scheint mir evident.

Dass auch die Bahamas am Thema nicht nur nicht vorbeikommt, sondern darin auch eine gewisse epochale Bedeutung erkennt, spricht erstmal für sie. Nicht nur die Todesopfer der Krise werden sich freilich vornehmlich in der Statistik finden, und auch das weniger hierzulande als etwa in China. Die Verfehlung der Theorie, die ganz richtig konstatiert wird, lässt sich insbesondere als antideutsche durchaus noch weiter fassen.

Versäumt wurde, die Vergeblichkeit des linken Radikalismus, spezifisch die des „Antinationalismus“ kenntlich zu machen. Ein maßgeblicher Rest des „Standpunktes“ ab extra, der Vorstellung, außerhalb der Gesellschaft, insbesondere der deutschen Nation zu stehen, wurde in antideutscher Agitation schlechterdings bewahrt. Man wollte irgendwie doch die „radikalere“ Linke sein, die im Sinne der Theorie konsequentere wenigstens. Genau das sind die Antideutschen dann im wesentlichen auch geblieben: Fortsetzung der merkwürdigen Trennung von Kritik und Politik, die Deutschland seit spätestens 68´auszeichnet. Das liegt sicherlich zuvorderst an der Konstitution der bundesdeutschen Nation selbst, die es nach vernünftigen Maßstäben nicht geben dürfte. Dass man aber gerade mit dieser verrückten Konstellation der deutschen Nation im Einklang liegt, gerade in der bloßen Ablehnung Deutschlands, wäre, eingedenkend der jüngsten Geschichte der radikalen Linken in Deutschland, vielleicht reflektierbar gewesen.

Nichtsdestotrotz sind die Fragen, um die es sich am 28.02.09 handeln soll, wesentlich solche der Kritischen Theorie, auch wenn die Bahamas-Redaktion sie nicht als Fragen formuliert. Ich werde jedenfalls anwesend sein.

Edit 10.02.09: Beim Veröffentlichen im angetrunkenen Zustand ist mir der mittlerweile unpassende Arbeitstitel (Böse, Bank, böse!) durchgerutscht. Den konnte ich so nicht stehen lassen.

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Löcher http://unrelaxt.blogsport.de/2009/01/26/loecher/ http://unrelaxt.blogsport.de/2009/01/26/loecher/#comments Mon, 26 Jan 2009 18:33:11 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2009/01/26/loecher/ Während also in den USA auf einen Neuanfang gehofft wird, bereitet sich ein großes und ein kleines Meer weiter die Widerholung vor. Ob der vorgestern endgültig abgeschlossene Abzug der IDF aus dem Gaza nun ein Zugeständnis an den neuen Präsidenten ,an den international ansteigenden Druck generell oder an den Bedarf nach Innenpolitischer Profilierung war – mehr als eine Widerherstellung des als „Waffenstillstand“ bezeichneten Zustandes hat dieser Feldzug nicht erlaubt. Die Tunnel an der ägyptischen Grenze nehmen anscheinend schon wieder den Betrieb auf, und die technisch durchaus gegebene Möglichkeit einer Unterbindung des Schmuggels wird zumindest vorerst am politischen Willen auf Seiten Ägyptens scheitern.
Es steht also eine Widerbewaffnung der Hamas zu erwarten, über kurz oder lang also auch die nächste große Militäraktion Israels, wenn nicht doch der niedrige Ölpreis dem Iran die Finanzierung dieser Tragödie unmöglich macht. Aushalten zu müssen ist für Israel zum Glück nichts neues, und vielleicht muss man doch dankbar sein für die perfide Rolle, die Regierung Mubaraks in ihrer Vermittler-Rolle zukam: Die Verweigerung von internationalen Truppen zur Kontrolle der Grenze wird, wenn aufrecht erhalten, die Verantwortung für den Gaza in Richtung Ägypten verlagern. Dies scheint mir auch das längerfristige Kalkül hinter dem Abzug aus diesem Landstrich.

Die Weltöffentlichkeit hat sich auch diesmal wieder zuverlässig uninteressiert an solchen Zusammenhängen gezeigt, quasi gemäß ihrer scheinbar festgeschriebenen Rolle als Waffe der Gegner Israels. Allerdings kam es mir durchaus so vor, als wäre zu mindest in Deutschland eine gewisse Mäßigung oder Hemmung der antizionistischen Akteure wahrnehmbar. Die üblichen Verdächtigen taten sicher das, was sie bei gegebener Gelegenheit immer tun, und für ekelhafte Auswüchse auf der Straße steht vorerst Duisburg Synonym.
Aber die leichte Tendenz zu Israel, die ich etwa in Angela Merkels Äußerungen herauszuhören meinte, scheint mir zumindest den Zwang zur Äquidistanz, gerne in Form polarisierter Darstellung (1,2), verstärkt zu haben. Dazu kommt die Desolidarisierung der Fatah von der Hamas und dass Israel sich dieses mal bedeutend mehr Gedanken um die PR gemacht zu haben scheint. Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass die Hamas im Vergleich zur Hisbollah wesentlich schlechter aufgestellt ist, aber in diese Bresche sprang hierzulande ja dankbar die Mili Görus.

Die Israelsolidarität steht wie bisher auch auf tönernen Füßen, allerdings scheint der – durchaus wechselseitige – Bezug zum Mainstream sich doch verstärkt zu haben. Die „Groß“– Kundgebung der jüdischen Gemeinde in Berlin wäre davon, in aller Ambivalenz, jedenfalls adäquater Ausdruck. Aber meine subjektive Einschätzung mag auch getrübt sein davon, dass ich mich dass erste mal auf einer lokalen Kundgebung zur Solidarität mit Israel wiederfand, die mehr als 30 Teilnehmende aufzuweisen hatte. Eigentlich ja ein ermutigendes Gefühl, dass seine Retour aber in dem Moment erfuhr, als ich mich mit einem mir Unbekannten zum Thema unterhielt. Nach der üblichen wechselseitigen Bestätigung in der aktuellen Angelegenheit versuchte er, das Gespräch auf seine Solidarität mit Tibet zu lenken…

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Time of Crisis http://unrelaxt.blogsport.de/2009/01/21/time-of-crisis/ http://unrelaxt.blogsport.de/2009/01/21/time-of-crisis/#comments Wed, 21 Jan 2009 17:25:42 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2009/01/21/time-of-crisis/

…pick ourselves up, dust ourselves off…

Wenn aus Obama einer dieser Präsidenten werden sollte, die in der Geschichte genannten Rückprojektion als groß erscheinen, ist dieses Satz-Bruchstück mein Tipp für sein Signifikat. Aufgeklärten muss das Ritual der Amtseinführung aufgebläht, die geäußerte Hoffnung sentimental erscheinen; Same shit, different Day, wie es Joe Sixpack, nicht schön aber treffend, ausdrückt. Aber der grundsätzlich angemessenen abgeklärten Perspektive, so sie sich, sei es auch in Ablehnung, nur an der medialen Aufmerksamkeit orientiert, entgeht die Veränderung der Gesellschaft die sich im politischen Zeremoniell ausdrückt, ohne notwendig aus der Politik zu resultieren.

Obama jedenfalls kann durchaus zurecht mit Veränderung assoziiert werden, die er freilich keineswegs herbeiführt sondern repräsentiert. Ein schwarzer Präsident bedeutet kaum, dass die Situation schwarzer Amerikaner nicht mehr von dem eigentümlichen Erbe der Sklaverei geprägt ist, dass sie gewissermaßen als Minderheit schlechthin erscheinen ließ und wohl noch lässt. Dass einer von ihnen dennoch Präsident werden kann, stellt ein Exempel dar: Wenn es ein Schwarzer kann, können alle anderen es auch. Die Fähigkeit zur Integration in den amerikanischen Traum oder Way of Life scheint sich also in der Folge von 9/11 verstärkt oder erneuert zu haben, vielleicht auch schon davor.
Gründe dafür anzugeben scheint mir vorerst unmöglich, aber ich würde trotzdem davon ausgehen, dass hier ein gewisses Bewusstsein oder Gefühl von Krise zumindest mit hineinspielt. Das bezieht sich sicher nicht auf die Finanzkrise, eher schon auf den War on Terror, am ehesten vielleicht auf den Aufstieg Chinas. Dass jedenfals Obama von der failure to make tough Decisions spricht, lässt durchscheinen, dass sein Redenschreiber sugerrieren wollte, dass all die Probleme (in diesem Fall durchaus bezogen auf die Finanzkrise) nun endlich angepackt werden, auch wenn niemand so richtig weiß, wo genau sie eigentlich liegen.

EDIT 22.01.09:
Vielleicht ist es auch weniger eine stärkere Integrationskraft, wie ich sie oben unterstelle, sondern eher eine verstärkte Polarisierung der US-amerikanischen Gesellschaft, die Obama etwa die Stärke der Patchwork-Heritage beschwören lässt. Dass allerdings dazu überhaupt die Möglichkeit besteht, lässt mich als deutschen Staatsbürger nichtsdestotrotz mit Staunen dastehen.
Ich muss zugeben, dass ich mich dem Pathos, das mit der neuen Präsidentschaft einhergeht, schlicht nicht entziehen kann – was ich aber auch nach wie vor für angemessen halte, ein gewisses Maß an Reflektion vorausgesetzt.

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Nachtrag: Schaubild http://unrelaxt.blogsport.de/2008/10/14/nachtrag-schaubild/ http://unrelaxt.blogsport.de/2008/10/14/nachtrag-schaubild/#comments Tue, 14 Oct 2008 19:15:44 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2008/10/14/nachtrag-schaubild/ Powerpoint-Poisoning ist allgegenwärtig, klüger ist dadurch auf der Welt wohl niemand geworden. Manchmahl, wenn Informationsreduktion notwendig ist, um überhaupt einen Zugang zum Gegenstand zu finden, kann die graphische Darstellung aber zweifelsohne hilfreich sein. In diesem Sinne sei ausnahmsweise auf eine entsprechende Serie bei Spiegel-online hingewiesen, die mir geholfen hat, mein gesammeltes Halbwissen zumindest halbwegs zu ordnen.

Zu Bild 4 wäre noch zu ergänzen, dass das „Herüberschwappen“ der Hypothekenkrise auf zwei Ebenen funktionierte: Zum einen natürlich die Beteiligung europäischer Banken an entsprechenden US-amerikanische Geschäften, zum anderen aber dass die europäischen Zentralbanken die Leitzinsen nicht erhöht haben, als die Fed dies tat. Das machte einen Weiterverkauf europäischer Zentralbankskredite an US-amerikanische Geldinstitute für europäische Geschäftsbanken lukrativ, die dann ihrerseits zu spät gemerkt haben, dass ihre Kunden vielleicht von Zahlungsunfähigkeit bedroht sind.

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Bailout http://unrelaxt.blogsport.de/2008/10/02/bailout/ http://unrelaxt.blogsport.de/2008/10/02/bailout/#comments Thu, 02 Oct 2008 16:20:01 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2008/10/02/bailout/ In der derzeitigen Finanzkrise scheinen sich Konsequenzen anzukündigen, die weniger weniger vom Bank- und Finanzsystem selbst als vielmehr die ihnen nunmehr wieder offensichtlich übergeordneten Staaten ausgehen. Derzeit wirkt es zwar noch eher wie ein Übergriff des Feuilleton auf die Wirtschaftsnachrichten, wenn sogenannte Wirtschaftsweise sich für mehr staatliche Kontrolle aussprechen. Aber die Summen, die nunmehr in staatliche Stützkäufe fließen, verlangen nicht einfach nach mehr Kontrolle, sondern nach einer anderen Qualität derselben. Das derzeit noch umstrittene $ 700 Milliarden-Programm etwa dürfte schon allein aufgrund seines Umfanges einer Verstaatlichung in mancher Hinsicht gleichkommen. Die Zahlen in Europa erscheinen zwar weniger gewaltig, relativ zum jeweiligen Staatshaushalt schrumpft diese Differenz erheblich, vielleicht muss auch von der gleichen Größenordnung gesprochen werden.

Wärend dessen köchelt die Volksseele, wenn auch vorerst vor allem in den USA, was einige der Reaktionen erstmal sympathisch daherkommen lässt, wenngleich das Ressentiment des sich betrogen wähnenden Steuerzahlers auch hier hörbar durchklingt. Auch und gerade wenn Protest gegen solchen Socialism for the Rich keineswegs argumentfrei ist, umso mehr stellt er sich als die bloße Kehrseite der pragmatisch daherkommenden Befürworter des Bailout dar. Bezeichnenderweise lässt sich solche Opposition gleichermaßen aus einem marktliberalen wie einem vulgär-sozialistischen Standpunkt aus begründen: Die einen verweigern den Socialism, die anderen das Money for the Rich. Gleiches lässt, unter in gewisser Weise umgekehrten Voraussetzungen, für die Befürworter der entsprechenden Programme sich sagen. Marktliberale beugen sich dem Versagen der Finanzmaschinerie, Sozialisten, eher wohl Sozialdemokraten, wittern den Druck des Realen zur staatlichen Übernahme.

Das Verhältnis von Staat und Markt war sicher noch nie so Gegensätzlich, wie es ja manchmal auch heute noch dargestellt wird. Aber die Präsupposition einer Harmonie zwischen beiden Polen, wie sie den sogenannten rheinischen Kapitalismus prägt, fällt in ihrer Tendenz zum Verzicht auf den ideologischen Streit auch hinter die Ideologie zurück; wo zwischen Staat und Kapital nur noch ausbalanciert werden soll, ohne dass die Frage, was für die menschliche Gesellschaft den das richtige wäre noch notwendig falsche Antworten hervorruft, werden potentiell auch noch ganz andere Antworten auf die noch kommenden Krisen mit einem Schulterzucken hingenommen. Es ist wenig erstaunlich, dass die Situation in Deutschland ungleich geringere Wellen schlägt. Inwiefern die hiesige Betroffenheit durch die Krise, die anscheinend nur ursprünglich eine des amerikanischen Hypotheken-Marktes war, tatsächlich geringer ist, vermag ich nicht zu sagen. Dass aber die Bereitschaft, den Staat wieder ein weiteres Stück ausufern zu lassen ungleich größer ist als in den USA, kann als sicher gelten.

Der geschichtlichen Tendenz nach scheint Deutschland damit einen Vorteil auf seiner Seite zu haben. Der Druck, unter dem Staaten weltweit stehen, die Gesellschaft und die Individuen in ihr auch unter den Bedingungen ihrer relativen Verzichtbarkeit auf den Markt zu zu richten, ohne dabei die allgegenwärtige Konkurrenz mit eigenen Händen auszufechten, ist hierzulande offenbar leichter „verständlich zu machen“. Wenn das Zusammenrücken von Sozialisten/Sozialdemokraten und Liberalen anderswo noch merkwürdig erscheint, ist man hier längst weiter. Dabei ist noch das Handeln der Regierung, die ja tatsächlich keine wirkliche Wahl hat, das relativ geringere Übel. Besorgniserregend erscheint eher, dass Lafontaine und Konsorten die Möglichkeit haben, ihrerseits ideologischen Mehrwert aus der Situation zu ziehen, weil ideologischer Streit, in dem sich Verfechter der Konzepte von gestern noch ernsthaft für diese einsetzen und diesen so, als Ernsthaft geglaubten, noch zumindest soviel Recht zukommen ließen. Aber die Ausweglosigkeit, der sich Konzernmanager wie Hartz 4 Empfänger täglich gegenübersehen, hat auch die Politik fest im Griff, und auch nur der Gedanke an Widerstand gegen das Unvermeidbare erscheint so abwegig, dass er an Linkspartei und NPD outgesourct wird.

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Widerholungen http://unrelaxt.blogsport.de/2008/08/29/widerholungen/ http://unrelaxt.blogsport.de/2008/08/29/widerholungen/#comments Fri, 29 Aug 2008 12:42:32 +0000 Administrator Allgemein http://unrelaxt.blogsport.de/2008/08/29/widerholungen/ Es scheint, dass sich die Hisbollah im Südlibanon mittlerweile in einem besseren Stand der Bewaffnung befindet als vor dem letzten Libanon-Krieg. Dass sie in Deutschland nach wie vor legal operieren kann hat sich bisher nicht zum Skandal machen lassen, was mir nur als Geste an den Iran erklärbar scheint.
Vor kurzem bin ich auf die untenstehende Mail aus dem Newsletter der Israelischen Botschaft aufmerksam gemacht worden. Es wäre eigentlich davon auszugehen, dass diese Information den üblichen Verdächtigen in dem kuscheligen Dorf an der Leine nicht entgangen ist. Da ich aber bisher keine Widergabe dazu gefunden habe, hier noch mal bei mir:

*Mitglied von deutscher Hisbollah-Zelle verhaftet*

Die Verhaftung eines israelischen Arabers wirft Licht auf
Hisbollah-Aktivitäten in Deutschland.

Khaled Kashousk aus Kalansua, geboren 1979, studiert seit einigen Jahren in
Göttingen Medizin. Er wurde am 16. Juli bei seiner Ankunft in Israel am Ben
Gurion-Flughafen in einer gemeinsamen Aktion der Allgemeinen
Sicherheitsbehörde (SHABAK) und der Einheit für internationale Kriminalität
der israelischen Polizei verhaftet. Im anschließenden Verhör deckte er seine
Kontakte zu der libanesischen Terrororganisation auf.

Kashkush wurde bereits 2002 von einem Verwandten mit dem libanesischen Arzt
Hisham Hassan bekannt gemacht, der in Göttingen die deutsche Zweigstelle des
Waisenkinderprojekts Libanon (Bild) leitet, die der Hisbollah gehört und
Spenden für das Libanesische Märtyrer-Institut sammelt. Dieses unterstützt
die Hisbollah in ihrer zivilen Infrastruktur im Libanon und die Familien von
Selbstmordattentätern.

Hisbollah-Standort in Göttingen

Kashkush wurde unter anderem zur Sammlung von Informationen und zur
Rekrutierung von israelischen Arabern für die Hisbollah angeheuert. Für
seine Aktivitäten erhielt er 13 000 Euro.

Der Fall ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Hisbollah israelische
Araber als attraktive Zielgruppe betrachtet. Aufgrund ihrer israelischen
Staatsbürgerschaft unterliegen sie keinerlei Reisebeschränkungen und können
innerhalb von Israel Informationen über mögliche Anschlagsziele sammeln.
Gerade israelisch-arabischen Studenten in Europa kann sich die Hisbollah
recht leicht nähern, da sie dort offiziell noch nicht als Terrororganisation
und damit illegal gilt.

Ausführlichere Informationen zu dem Fall Kashkush und den
Hisbollah-Aktivitäten in Deutschland gibt es unter dem folgenden Link

(Außenministerium des Staates Israel, 06.08.08)

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