Spiele des Lebens

Spiele mit hohem Frustfaktor sind meistens unbeliebt, aber nicht immer. Monopoly ist da wohl das prominenteste Beispiel – die Spielmechanik bevorzugt immer den höchsten Besitzstand, die anderen versuchen irgendwann nur noch, sich noch einmal zum Startfeld zu schleppen. Zumindest ein Faktor in der breiten Akzeptanz eines solchen Spieles dürfte Ähnlichkeit sein, die sich zwischen der Frustrationsquelle im Spiel und denen in der Wirklichkeit finden lässt.

Wahrscheinlich deswegen gefällt mir Canabalt. Die ständig zunehmende Geschwindigkeit mit der die die Spielfigur über die Dächer gelenkt werden muss, scheint mir weniger in dem halbherzig angedeuteten Fluchtcharakter des Spiels angelegt, mehr im Bedürfnis des sich identifizierenden Spielenden; der Mensch von heute muss nicht mehr gehetzt werden, weil er selbst am schnellsten sein will. Die Hindernisse in diesem Rat-Race werden zwar immer vorher erkannt, sind über kurz oder lang aber immer unüberwindbar, weil die zuvor selbst eingenommene Position zu ungünstig ist, freilich ohne dass sich für sie wirklich hätte entschieden werden können. Passt jedenfalls sehr viel besser ins 21. Jahrhundert als Monopoly, Immobilienkrise hin oder her.

Ansonsten hier noch ein Kleinod für Freunde von Fantasy, Flashgames oder genereller Zeitverschwendung.